SPEZIALISIERTE BESCHULUNG

Wenn das Verhalten eines Schülers/einer Schülerin auf eine emotionale Notlage hinweist und/oder eine Schulsituation als besonders ungeeignet für die Bedürfnisse eines Schülers/einer Schülerin erlebt und wahrgenommen wird, sowohl von der Schulgemeinschaft als auch von der Familie, kann es notwendig und empfehlenswert sein, einen Aufenthalt in einer spezialisierten Lernumgebung in Betracht zu ziehen.

In den pädagogischen Schulstrukturen des CDSE werden spezifische Lernaktivitäten von einem multiprofessionellen Team angeboten, die an die Bedürfnisse und die Entwicklung der sozio-emotionalen Fähigkeiten des Schülers/der Schülerin angepasst sind und ihnen somit zu einer positiven Schulerfahrung verhelfen.

Eine zeitweilige Beschulung im Rahmen des CDSE kann Kinder und Jugendliche nach einer längeren Therapie oder einem Krankenhausaufenthalt auf die Wiedereingliederung in die Regelschule vorbereiten. In einem geschützten Rahmen kann die Schülerin/der Schüler emotionale Stabilität erlangen, soziale Beziehungen wieder aufnehmen, den verpassten Lernstoff nachholen und einen angepassten Lernrhythmus erlangen, der es ihr/ihm ermöglicht, ihre/seine schulische Karriere wieder aufzunehmen.

In dieser Phase ist die enge Zusammenarbeit mit der Herkunftsschule oder der zukünftigen Schule der Schülerin/des Schülers unerlässlich.

Das CDSE bietet mehrere zeitlich begrenzte spezialisierte Beschulungen in unterschiedlichen Lernsettings für Kinder und Jugendliche auf nationaler Ebene an:

·  in Zusammenarbeit mit externen Organisationen, spezialisierte Beschulung für SchülerInnen in der Grundschule mit tiefgreifenden emotionalen Störungen, die sich in einem sozio-therapeutischen Zentrum (CST) ambulant behandeln lassen und von einer geschützte Umgebung und einem an die therapeutische Situation angepassten Unterricht profitieren (Orte: Grevenmacher, Kautenbach, Luxemburg, Mersch, Schifflange);

· Annexe Izigerstee: Eine spezialisierte Beschulung für Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren;

· Annexe Junglinster: Eine spezialisierte zeitlich befristete Beschulung zur Orientierung und Wiedereingliederung von SchülerInnen der Sekundarstufe, nach einem Aufenthalt in einer therapeutischen Einrichtung oder einem Krankenhaus.

Leitlinien zur spezialisierten Beschulung

Im Fall einer spezialisierten Beschulung ist die Schülerin/der Schüler sowohl beim CDSE als auch bei einer Regelschule (Herkunftsschule) oder einer von der CNI festgelegten Bildungseinrichtung eingeschrieben.

Die Beschulung orientiert sich an den Lehrplänen der Luxemburger Grund- und Sekundarschulen.

Dabei werden Fachinhalte, Lernziele, Lehrmittel und -methoden unter Berücksichtigung der ministeriellen Vorgaben an die jeweiligen Bildungsbedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen angepasst. Zu diesem Zweck wird für jede Schülerin und jeden Schüler ein individueller Förderplan erstellt (Plan éducatif individualisé, PEI).

Die Bezugsperson des Schülers/der Schülerin (in den CST oder Annexes) fördert die Zusammenarbeit mit der Herkunftsschule und unterstützt den sozialen Kontakt zu MitschülerInnen und Lehrpersonen.

Parallel zur Betreuung eines Kindes oder einer/eines Jugendlichen in einer spezialisierten Einrichtung bereitet das CDSE Lehrende und MitschülerInnen auf dessen/deren Rückführung in die Regelschule vor.

Prozeduren / Aufnahmeverfahren

Damit eine spezialisierte Beschulung in einem CST oder einer anderen pädagogischen Einrichtung des CDSE erfolgen kann, muss mit dem Einverständnis der Eltern / Erziehungsberechtigten von der CI/CIS, einer akkreditierten Organisation, die im sozialen, familiären und therapeutischen Bereich tätig ist, durch einen Arzt oder die Eltern/Erziehungsberechtigten selbst ein Antrag an die CNI gestellt werden.

Danach verläuft die Prozedur folgendermaßen:

Die CNI beauftragt das CDSE mit einer spezialisierten Diagnostik; Nach Erhalt der Akte seitens der CNI führt das CDSE diese Diagnostik durch; Das CDSE schlägt der CNI die zu ergreifenden Maßnahmen vor. Die Entscheidung über deren Umsetzung obliegt der CNI.

Eine Referenzperson des CDSE wird ernannt, die das Kind/den Jugendlichen und seine Familie während der gesamten Dauer der durch das CDSE geleisteten Betreuung begleitet.

Der Antrag soll folgende Dokumente beinhalten:

• ein schulischer Bericht

• einen Entwicklungsbericht

• ein psychologisches Gutachten

• eine chronologische Übersicht bereits getroffener Maßnahmen

• eine begründete Stellungnahme bezüglich der Einbeziehung des CDSE

• die schriftliche Zustimmung der Eltern / Erziehungsberechtigten.

Die CNI kann jedes andere Dokument anfordern, das sie für nützlich hält, um die Akte zu vervollständigen (z.B. einen medizinischen Bericht).